Mandalay – Ich werde ein bisschen nachdenklich

15. März 2016

Menschen 100
Essen 60
Urlaubsfeeling 60

0 – Geht gar nicht
20 – Ohje, ohne Worte
40 – Ist bzw. sind Ok, könnte aber besser sein

Sehenswürdigkeiten 80
Sicherheit 100
Gesamteindruck 80

60 – Passt
80 – Prima, wir bleiben gerne länger
100 – Perfekt, wir wollen nicht mehr weg

Das Taxi, das uns zum Flughafen bringen wird ist pünktlich. Generell erleben wir in Asien kaum Unpünktlichkeiten. Einmal hatte ein Nachtzug in Indien eine Stunde Verspätung. Manchmal kamen die Fahrer, die uns an unserer Unterkunft für einen Ausflug abgeholt haben eine Viertelstunde später. Aber da immer eine Stunde für die Abholung von den Organisatoren einkalkuliert wurde, waren wir zum Schluss immer pünktlich. Wir sind positiv überrascht wie gut alles klappt. Wenn wir am Flughafen angekommen sind, werden wir nach Bangkok fliegen. Wir sind dann schneller als ursprünglich gedacht wieder in dieser wuseligen Stadt in der alles möglich scheint. Für uns ist die Ausreise aus Myanmar, über Bangkok, aber am einfachsten.

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Unsere Reise durch Myanmar als Rückblick

Die Fahrt mit dem Taxi dauert fast eine Stunde. Ich schaue aus dem Fenster und unsere Reise durch Myanmar zieht in Gedanken nochmal an mir vorbei. Zweieinhalb Wochen waren wir nun hier unterwegs. Wir sind in Yangon angekommen und wurden von den Menschen mehr als freundlich begrüßt. Nach vier Tagen sind wir mit dem Nachtbus nach Kalaw gefahren. Man, haben wir dort gefroren. In Kalaw selber gibt es gar nicht so viel zu sehen, aber von dort starten alle Trekingtouren bis zum Inle Lake. Eigentlich gehören wir nicht zu den Leuten, die in ihrer Freizeit gerne wandern gehen. Aber hier in Myanmar haben wir unsere Gewohnheiten abgegelgt und haben uns unseren Reisefreunden einfach mal angeschlossen. Und was soll ich sagen? Es hat sich total gelohnt. Es ist schön zwei Tage durch die Natur zu wandern, vorbei an Einheimischen, vorbei an kleinen Dörfern mit süßen Kindern, vorbei an traditioneller Landwirtschaft die unsere Großeltern so selber noch erlebt haben. Unsere Zeit am Inle Lake war auch sehr schön. Der kleine Ort am See hat mich ein bisschen an eine kleine Studentenstadt erinnert. Viele fahren Fahrrad und es gibt dort auch schon ein erstes Hipster-Café in dem gesunde und biologisch hergestellte Speisen verkauft werden. In Nyaung Shwe, so heißt der kleine Ort übrigens, haben wir drei Tage verbracht. Dann ging es schon weiter nach Bagan, wieder mit einem Nachtbus. Die Sonnengänge dir wir dort gesehen haben, waren schon fast zu schön um wahr zu sein. Kennst du das? Wenn irgendwas soo, soo schön ist und es fast zu schön ist? Wenn man das, was man dort sieht gar nicht begreifen kann? Mir ging es bei den Sonnenaufgängen jedenfalls so. Ich konnte gar nicht alles in mich aufsaugen, es war einfach viel zu viel.

Ich schaue immer noch aus dem Fenster von meinem Taxi. Die Landschaft ist im Vergleich zu Bali viel trockener. In Bali war gerade Regenzeit, als wie dort waren. Wie es wohl hier, in Mandalay, in der Regenzeit aussieht? Als Reisende bekommen wir immer nur einen kleine Ausschnitt aus dem jeweiligen Land mit.

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Mandalay und seine schöne Umgebung

Meine Gedanken schweifen wieder ab, mein Rückblick an Mynmar ist mit Bagan noch nicht abgeschlossen. Nun denke ich an die letzten drei Tage, die wir in Mandalay verbracht haben. Im Vorfeld wurde uns gesagt, dass es hier gar nich so viel zu sehen gibt. Nach drei Tagen können wir das nicht unbedingt bestätigen. An einem Tag haben wir uns ein privates Taxi gegönnt und sind mit unserem Taxifahrer alle typischen Touriorte abgefahren. Das war mega anstrengend. Wie viele Punkte hatten wir da auf der Liste? Sechs, sieben? Ich bekomme schon gar nicht mehr alles zusammen. Unsere Fotos werden mit beim Erinnern später helfen. Aber es war schön. Ganz Myanmar ist schön. Und es ist einfach dort zu reisen, aber trotzdem nicht langweilig. An einem Tag sind wir auch für uns alleine ein bisschen durch die Straßen von Mandalay gelaufen. Dieses Mal aber nach dem Motto „Wir können alles, müssen aber nichts.“ Wir waren zum Beispiel nicht auf dem Mandalay Hill, auch wenn dort der Sonnenuntergang so schön sein soll. Wir waren nicht da und haben darauf verzichtet. Fühlt sich fast an, wie wenn man als Kind nicht brav gewesen ist. Wir breuen es jedoch nicht. Auf unserer Wanderung zum Inle Lake haben wir jedoch die Möglichkeit genutzt, von einem Berg einen Sonnenuntergang anzusehen und auch in Bagan haben wir einen Sonnenuntergang von einer Pagode aus gesehen.

Das Taxi fährt immer noch. Der Taxifahrer hat die Musik übrigens ganz schön laut aufgedreht, manchmal singt er sogar ganz leise mit. Viel beeindruckender finde ich hingegen, dass er ein Display vorn im Auto hat, auf dem die Musikvideos der Lieder laufen. Verrückt, oder? Der Mann hat sich seinen Arbeitsplatz schön gemütlich eingerichtet.

Myanmar – eine Reiseziel für die Generation über uns?

In keinem anderen Land haben wir bisher so viele Menschen, in dem Alter unserer Eltern und älter, unterwegs getroffen. Meistens sind es Reisegruppen, manchmal aber auch Paare, die sich ihre Reise durch Myanmar selber organisiert haben. Wir stellen uns dann immer vor wie unsere Eltern wohl durch Myanmar reisen würden. Würden sie mit dem Trubel in Yangon oder Mandalay zurecht kommen? Würden sie dann auch mit einem Nachtbus wie wir reisen?

Und was ist mit uns? Würden wir nochmal genau so durch Myanmar reisen, wir wir es jetzt gemacht haben? Man versteht die Reise nur, wenn man rückwärts blickt. Im Nachhinein bedauere ich es etwas, dass wir in Yangon nicht länger geblieben sind. Wir haben uns von Stimmen leiten lassen, die nicht unsere waren. Eine ältere Dame, die uns ein bisschen in der Umgebung von Myanmar rumgeführt hat meinte, dass wir in Yangon nicht so viel Zeit verschwenden sollen. Die anderen Orte wären so viel schöner. Jetzt weiß ich, das Yangon so viel mehr zu bieten hat. Yangon ist lebhaft, authentisch, es gibt viel zu sehen und dort kann man sehr viel über Myanmar lernen und verstehen. Vielleicht wäre ich auch gerne länger am Inle Lake geblieben und wäre noch ein paar Tage länger mit dem Fahrrad durch die Gegend gefahren. Vielleicht war es aber auch alles gut so wie es war.

Wie geht unsere Reise weiter?

Ich freu mich auf die Zeit die jetzt vor uns liegt. Wir fliegen nach Bangkok, bleiben dort eine Woche und dann gehts nach Chiang Mai. Gleich für einen ganzen Monat. Wir wollen wieder arbeiten. In den letzten Wochen haben wir ganz bewusst nicht an unseren Projekten gearbeitet. Aber der Kopf steht nicht still. Manchmal kann ich nachts nicht schlafen, dann bin ich so aufgeregt und euphorisch, weil ich wieder eine Idee habe. Ich will die dann immer gleich sofort angehen. Wir wollen beides. Intensiv arbeiten und intensiv reisen. Parallel ist das nicht möglich, nicht für uns. Das haben wir in den letzten sechs Monaten gelernt. Unser Kompromiss sieht jetzt daher so aus, dass wir immer einen Monat reisen, und dann wieder für einen Monat abreiten. Klar, nicht immer genau 30 Tage, aber ein Rhythmus wäre ganz schön.

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Keiner hat uns durch Myanmar gedrängt, aber ich konnte es auch nicht mehr abwarten wieder regelmäßig am Rechner zu sitzen. Dinge zu durchdenken, zu recherchieren und zu planen. Ich brauche diesen Ausgleich. 

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Nützliche Links und Infos für deinen Besuch in Mandalay:

  • Unsere Unterkunft in Mandalay: 79 Living Hotel*
  • Leckeres und lokales Restaurant, in dem Einheimische und Touristen am selben Tisch sitzen: Shan Ma Ma
  • Wenn du planst von Mandalay nach Yangon zu fahren, schau mal nach Boss Express. Sie hatten wirklich die besten Busse auf dem gesamten Busbahnhof und die Preise sind genauso teuer bzw. günstig wie bei den anderen Anbietern.
  • Du musst absolut keine Dollar mitbringen, überall gibt es Geldautomaten und du kannst wirklich überall mit der burmesischen Währung zahlen. Mit der DKB Karte* kannst du sogar kostenlos Geld abheben. 😉
  • Weiterhin musst du auch nicht lange Zeit im Voraus ein Zimmer reservieren. Wir waren zur Hauptreisezeit in Myanmar und haben immer kurz vorher oder direkt vor Ort ein Zimmer gefunden.

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