Kyoto – Mehr als nur Tempelanlagen

30. Juli 2016

Menschen 100
Essen 100
Urlaubsfeeling 80

0 – Geht gar nicht
20 – Ohje, ohne Worte
40 – Ist bzw. sind Ok, könnte aber besser sein

Sehenswürdigkeiten 100
Sicherheit 100
Gesamteindruck 100

60 – Passt
80 – Prima, wir bleiben gerne länger
100 – Perfekt, wir wollen nicht mehr weg

Jeder Reisende der Japan wirklich erkunden möchte kommt an Kyoto nicht vorbei. Kyoto ist Japans historisches Zentrum. Viele Holzhäuser sind im Gion Viertel aus der Edozeit noch erhalten, es gibt über 1500 Tempel und natürlich die letzten Geishas.

In meinem Bericht über Tokio habe ich ja schon berichtet, dass wir uns in Japan richtig viel vorgenommen haben. Bei den vielen Tempeln ist klar, das werden wir nicht schaffen. Wollen wir auch gar nicht. Wir wollen uns einen Gesamteindruck von Kyoto verschaffen, hier gibt es nämlich noch viel mehr zu sehen. Zeit sollte man auf jeden Fall mitbringen, uns haben drei Tage nicht gereicht.

Japans kulturelles Erbe

Besonders spannend finde ich den Gion Distrikt, das Geisha (bzw. Geiko und Maiko) Viertel. In diesem Viertel fühlt man sich wie in einer anderen Zeit. Hier stehen keine modernen Steinhäuser, sondern Häuser aus Holz. Abends gegen 18 Uhr ist die Wahrscheinlichkeit sogar ziemlich groß eine echte Geisha zu sehen. Sobald eine Geisha den eigenen Weg kreuzt hält man ganz automatisch den Atem an. Eine Geisha ist etwas besonderes, aber keine Prostituierte.

Im Kinofilm „Die Geisha“ heißt es: „ Eine wahre Geisha kann einen Mann mit nur einem Blick aus der Bahn werden.“ Wenn du einmal eine Geisha siehst, dann weißt du was damit gemeint ist. Der Anblick einer Geisha ist ganz zauberhaft, dabei finde ich eine Geisha persönlich nicht im klassischen Sinn hübsch. Vermutlich ist es einfach ihr Auftreten und ihre Erscheinung die einen den Atem anhalten lässt. 

Besondere Souvenirs

Japan ist ein tolles Land, hier kommt ein weiterer Lieblingsaspekt. Japan ist bisher das einzigste Land auf unserer Reise wo es Süßigkeiten als Souvenirs gibt. Diese Tatsache ist nicht nur im direkten Sinn nach meinem Geschmack. Etwas landestypisches zu essen stellt für mich größeres Glück dar, als irgendwas kitschiges zum Hinstellen zu kaufen. Wir kaufen in Japan deshalb auch unser erstes Souvenir auf unserer gesamten Reise. Was es genau ist und wie es heißt weiß ich leider nicht mehr. Es ist eine Art dünner Pfannkuchen mit einer Schokofüllung. Wir verputzen die ganze Schachtel noch vor dem Geschäft. Lecker. An einem anderen Stand probiere ich typisch japanische Reiscracker. Die Cracker kann man auch in Deutschland im Supermarkt kaufen und ich finde die ziemlich, ziemlich gut. In Deutschland gibt es die Snacks allerdings nur in Fingergröße, in Japan sind sie so groß wie meine Hand. Hach, genau diese Momente auf unserer Reise machen mich immer wieder unfassbar glücklich. Im Umkehrschluss bedeutet das aber auch, ein Ort, in dem das Essen nicht schmeckt, kommt nicht auf meine Lieblingsliste.

Karma Tempeltour

Fotos von uns und mit uns. In Asien ist das eigentlich nichts besonderes. Mit der Neugierde anderer Kulturen wurden wir schon in unserem ersten Land, Indien, vertraut gemacht. Wir finden das auch gar nicht schlimm. Wenn wir andere Menschen mit so kleinen Gesten glücklich machen können, dann machen wir das natürlich. Ehrlich gesagt haben wir auch daran unseren Spaß. Wir sammeln auf diese Weise immer Karma-Punkte. Nun sind wir aber in Japan. Und hier läuft es ein bisschen anders.

Auf unserer Tour von einem Tempel zum anderen treffen wir immer wieder auf Schulklassen. Es scheint, als seien alle Schüler gleichzeitig unterwegs. Wir werden nicht nur von einer Schulklassen angesprochen, alle wollen aber das Gleiche. Mit uns Englisch reden. Das ist noch nicht das Besondere, das kennen wir auch schon aus Saigon in Vietnam. Das besondere ist, dass die japanischen Schüler ziemlich niedlich sind. Die Mädchen und Jungen sind immer ganz aufgeregt und freuen sich wie die Helden aus japanischen Mangas. Die Freude ist einfach ansteckend. Im nächsten Moment kommen mir die Tränen. Vor Rührung. Als Dankeschön bekommen wir von den Schülern selbstgebastelte Karten und Origami Kraniche und Blumen. In Japan weint man nicht, also wische ich mir die Tränen schnell wieder aus dem Gesicht. So eine Dankbarkeit und Herzlichkeit ist für uns definitiv typisch japanisch. Jetzt, wenn ich diese Zeilen schreibe und wieder an den Moment denke, fühle ich wieder genau diese Rührung und es kribbelt ein bisschen in meiner Nase. Ich bin in solchen Momenten ein bisschen zu nah am Wasser gebaut.

Bunte Hoffnung

Eigentlich mag ich es nicht besonders gerne, wenn man Vergleiche zwischen den Ländern anstellt. Jedes Land ist auf seine eigene Weise ein Highlight, trotzdem erwische ich mich immer wieder beim Vergleichen. Verzeih’ mir also den nächsten Vergleich. In ganz Asien gibt es Tempel. Aber in Japan, du ahnst es schon, sind sie besonders schön. Man spürt nicht nur die Liebe sondern man sieht auch die Hoffnung, Dankbarkeit und Anteilnahme der Menschen in Form von gefalteten Kranichen oder Wünschen auf Papier oder Holztafeln. Die Tempelanlagen bekommen dadurch richtig viel Farbe ab und es gibt immer irgendwas für uns zu entdecken.

Grüne Achtsamkeit

In diesem Artikel erfährst du nicht nur ganz schön viel über Kyoto und meine Liebe zu Japan, sondern auch über mich. Ich habe einen Farbtick. Sicher berufsbedingt. Ich stehe nicht nur auf bunte Farben, sonder auch auf harmonische Farbmischungen und auf ein harmonisches Layout. Mit Layout meine ich die Anordnung der Pflanzen in einem japanischen Garten. Jeder Baum und jede Blume hat einen wohl überlegten Platz bekommen. Voller Ruhe und Achtsamkeit werden diese Gärten erstellt. Ruhe und Harmonie strahlen diese Gärten dann wiederum auch auf die Besucher aus. Ich kann mir nicht vorstellen, dass sich jemand in solch einen Garten unwohl fühlen kann.

Der Bambuswald folgt zwar keiner besonderen Ordnung, beindruckend ist er aber trotzdem. Die hohen Bambusstangen stehen dicht beieinander und es ist unmöglich durch den Wald hindurch zu schauen. Wenn die Sonne scheint, sehen die oberen Blätter hellrgün und frisch aus und es fällt ein ganz tolles Licht in den Wald. Man selber fühlt sich ganz klein, gleichzeitig aber auch durch die Bäume geschützt.

Warst du auch schon einmal in Kyoto? Wie hat es dir dort gefallen?

Nützliche Links und Infos für deinen Besuch in Kyoto:

  • Unsere Unterkunft in Kyoto: In Kyoto haben wir uns ein Zimmer in einer Airbnb-Wohnung gesucht. Wir wollten sehen wie die Japaner so leben. Leider hatten wir bei unserer Auswahl nicht so viel Glück. Die Wohnung erinnerte uns an eine verwaiste Studentenwohnung nach einer Party. Die Haustür stand immer offen, aber wir haben nie die Bewohner gesehen.
  • Wenn du die Tempelanlagen in ruhe genießen möchtest musst du früh aufstehen. Als wir in Kyoto waren, waren nicht nur viele Touristen unterwegs, sondern auch viele Schulklassen. Die Schüler sind aber ziemlich cool und wollen mit deiner Hilfe ihr Englisch verbessern.  
  • Die Highlights in Kyoto sind über die ganze Stadt verteilt. Mit den Bussen kommt man aber sehr gut von A nach B. Plane für die Busfahrten immer ein bisschen Zeit ein, die Sehenswürdigkeiten sind teilweise sehr weit auseinander.
  • Japan Railpass: Wenn du in Japan viele verschiedene Regionen bereisen möchtest, empfiehlt sich der Japan Railpass. Diesen kannst du nur außerhalb von Japan kaufen. Auf dieser Seite findest du alle wichtigen Informationen dazu.
  • Nato: Wenn du in Japan bist, solltest du unbedingt einmal die fermentierten Sojabohnen zum Frühstück probieren. Für viele ist der Geschmack etwas gewöhnungsbedürftig, ich fand es aber ziemlich lecker. Die Japaner waren immer ganz überrascht, dass mir Nato schmeckt. 😀
  • Außerdem solltest du unbedingt eine Undon-Nudeln-Suppe probieren.
  • Geld sparen: Japan ist teurer als Südostasien, dafür bekommst du hier aber auch einen ganz anderen Standard. Du kannst die Preise etwa mit den deutschen Preisen vergleichen. Wenn du Geld sparen willst, such dir ein Hostel mit Küche und koche selber oder kauf dir frisches Essen im 7/11. Wir waren jeden Tag mindestens einmal im 7/11, die Preise sind hier einfach unschlagbar.
  • Wenn du noch weitere Tipps rund um Tokio und Japan suchst, dann schau mal auf unserem Pinterest Board „Wanna see in Japan“ vorbei. Dort habe ich ziemlich viele Tipps zusammen getragen. 
  • Zur Einstimmung auf Japan empfehlen wir dir diese 3-teilige Dokumentation „Bin mal kurz etwas länger in Japan„. Wir sind davon überzeugt, dass es keine bessere Doku gibt und mussten an ziemlich vielen Stellen lachen. 🙂

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4 comments

  1. Comment by Barbara Heukrodt

    Barbara Heukrodt Reply 30. August 2016 at 11:36

    Hallo ihr zwei. Die Bambuswälder sind fazinierend, da würde ich auch gern mal spazieren gehen.

    • Comment by Caro

      Caro Reply 30. August 2016 at 17:40

      Hallo Barbara, wir können Japan nur empfehlen! 🙂

      Liebe Grüße von Christoph & Caro

  2. Comment by steinfisch

    steinfisch Reply 31. Juli 2016 at 4:03

    Vielen Dank für den interessanten Eintrag aus Japan!

    Liebe Grüsse
    Ingrid

    • Comment by Caro

      Caro Reply 30. August 2016 at 17:43

      Hallo Ingrid, sehr gerne! Japan ist soooo ein tolles Land, wir kommen sicher bald wieder.

      Liebe Grüße von Christoph & Caro

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