Bucaramanga – Ein Wiedersehen nach über einem Jahr

1. Dezember 2016

Ich bin jetzt schon seit zwei Wochen hier, bei der Familie von meinem Freund. Mir wurde schnell klar, dass die Uhr hier anders tickt. Pünktlichkeit wird hier kleingeschrieben und konkrete Pläne, wie der Tag aussehen wird, gibt es auch nicht bzw. werden sie immer mal wieder verändert. Da mein Spanisch noch nicht so gut ist und ich nicht alles verstehen kann, fühlt es sich für mich wie ein ständiges hin und her an. Gut, dass ich hier keine Termine habe, die ich einhalten muss… bis auf einen. Am 3.9. kommen Caro und Christoph aus Medellin um die nächsten zwei Wochen mit uns zu verbringen. Wir holen sie vom Flughafen ab, die Familie hat die Ruhe weg, ich bin schon ganz aufgeregt und möchte auf gar keinen Fall zu spät kommen und sie warten lassen, mit der Haltung bin ich jedoch die Einzige. Nachdem ich sie überzeugen konnte, die leckeren Oblatten nach der Begrüßung zu kaufen statt vorher, schaffen  wir es auf die Sekunde. Puh, ich merke, dass ich was Pünktlichkeit angeht einfach ganz anders bin und auch Probleme habe mich an die Unpünktlichkeit anzupassen.

Bucaramanga ist die Hauptstadt des Departamentos Santander und liegt nordöstlich von Bogota umgeben von den gewaltigen Anden. Caro und Christoph meinten, dass kaum jemand von denen die sie während ihres Medellin Aufenthaltes getroffen haben diese Stadt kennen und das obwohl Bucaramanga eine halbe Millionen Einwohner hat, mit den umliegenden Städten sogar fast doppelt so viele. Der Flughafen liegt oben auf einem Berg und wir fahren mit einem wunderschönen Ausblick auf Bucaramanga nach Giron, eine Kleinstadt, welche noch sehr kolonial ist. Mauricios Mutter führt uns ein bisschen herum. Dann geht es direkt weiter nach Floridablanca, wo Mauricios Mutter uns eine kolumbianische Köstlichkeit kauft, frische „Obleas con Arequipe“- Oblaten mit cremiger Karamellfüllung, gewaltig süß und mächtig, aber super lecker. Floridablanca ist ebenfalls eine Kleinstadt, welche direkt an Bucaramanga grenzt. Am Abend sind wir alle bei Mauricios Tante eingeladen. Es gefällt mir sich miteinander zu treffen ganz außerhalb von Anlässen, wie Geburtstagen, Weihnachten oder Ostern, einfach nur um zusammen eine schöne Zeit zu haben, das kennen wir von unserer Familie so nicht.

Mauricios Familie ist super gastfreundlich, zum Abendbrot wird gegrillt. Ganz anders als bei uns in Deutschland. Das ist ein Prozess, der den ganzen Abend dauert. Sobald ein Stück fertig ist, wird es geteilt und jeder bekommt ein Stückchen. Christoph ist begeistert von dem leckeren Fleisch. Caro und ich haben uns verschiedene Gemüsesorten in Alufolie auf den Grill gelegt. Dazu gibt es Grillkäse, fast so wie zu Hause. Zum Trinken gibt es Aquadiente ein typisch kolumbianischer Anis Schnaps, Whisky und natürlich Bier.

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Mesa de los Santos, Mercado Campesino und der Chicamocha National Park

Am nächsten Morgen machen wir einen Ausflug auf den Mesa de los Santos, einen Berg um Bucaramanga. Oben angekommen, halten wir bei dem Mercado Campesino, wo wir typische Speisen, wie Arepas, Empanadas, Madurus, Masato und Mazorcas finden. Caro und ich entscheiden uns für Arepas con Queso, die werden direkt vor unseren Augen zubereitet. Hinter dem Stand sehen wir, wie der Mais für die Fladen von den Maiskolben abgerieben wird. Super frisch und super lecker – für mich die besten Arepas unserer gesamten Reise. Weiter geht es zu unserem eigentlichen Ausflugsziel, dem Chicamocha National Park. Hier fahren wir mit einer der längsten Seilbahnen der Welt, mit einer Länge von 6,3 km durch den Chicamocha Canyon. Der Ausblick sowie die Höhenunterschiede sind gigantisch. Unter uns entdecken wir ein paar einfache Häuser, Kinder, Bergziegen und ganz viele Kakteen. Nach einer halbstündigen Fahrt kommen wir auf der anderen Seite wieder oben an. Es ist super heiß und wir machen uns auf den Weg zu dem Aussichtspunkt über den Canyon. Es hat sich gelohnt. Es erwartet uns eine große Brise kalter Wind und ein atemberaubender Ausblick. Es gibt viele Atraktionen in dem Park, allerdings muss man für alles extra bezahlen, was den Ausflug insgesamt sehr teuer macht. Mauricio und ich entscheiden uns für eine riesige Schaukel, bei der man nach oben gezogen wird und dann einfach fallen gelassen wird. Das ist aufregend und kribbelt ganz schön im Bauch.

Seit über einem Jahr hat es hier nicht mehr geregnet. Als wir mit der Seilbahn zurück zum Auto fahren wollen passiert dann das Wunder. Eine halbe Stunde regnet es wie aus Kübeln. Sogar die Luft küht sich richtig ab.

Nützliche Links und Infos für deinen Besuch in und um Bucaramanga:

  • Paragliding in Ruitoque bajo für gerade einmal 80.000 Pesos pro 15 min.
  • Barichara
  • Plaza de mercado auf dem Mesa de los Santos: Auf dem hübschen Markt gitb es nicht nur Obst, Gemüse, Fisch und Fleisch sondern auch typisch kolumbianischen Spezialitäten.
  • Wenn du in Kolumbien „chocolate con queso“ siehst, musst du das unbeidingt mal probieren. „chocolate con queso“ ist eine heiße Schokolade mit Käsewürfel 😉
  • Auch sehr lecker: Negron. Das sind super leckere Erdbeeren in Schokolade mit vielen verschiedenen Toppings

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