Bagan – Manchmal ist einfach alles perfekt

29. Februar 2016

Menschen 100
Essen 60
Urlaubsfeeling 60

0 – Geht gar nicht
20 – Ohje, ohne Worte
40 – Ist bzw. sind Ok, könnte aber besser sein

Sehenswürdigkeiten 100
Sicherheit 100
Gesamteindruck 80

60 – Passt
80 – Prima, wir bleiben gerne länger
100 – Perfekt, wir wollen nicht mehr weg

Die Straßen sind kaputt, wir hüpfen im Bus auf und ab. Außerdem ist die Straße sehr kurvenreichen und eng. Ich bekomme kein Auge zu. Es geht einfach nicht.

Halb vier in der Früh, unser Nachtbus stoppt. Schon wieder kommen wir mitten in der Nacht an. Wir sind müde und es ist kalt. Die Fahrt war alles andere als erholsam.

Das Hotel* ist auf Gäste, die mitten in der Nacht ankommen, eingestellt. Wir dürfen direkt in unser Zimmer. Doch der Herr an der Rezeption empfiehlt uns wach zu bleiben. Schon in zwei Stunden beginnt der Sonnenaufgang. Um rechtzeitig dort zu sein, sollen wir um halb fünf von hier aufbrechen. Keine schlechte Idee, schließlich sind wir ja schon wach. Der Rezeptionist besorgt uns in der Zwischenzeit schon einmal einen Elektroroller.

Die Stunde die uns noch bleibt, dösen wir vor dem Fernseher. Wir empfangen hier Deutsche Welle und sehen ein paar Nachrichten. Die Stunde kommt uns ewig vor. Kurz vor halb 5 bereiten wir uns auf unseren ersten Sonnenaufgang in Bagan vor. Das es draußen kalt ist, wissen wir ja jetzt schon. Durch den Fahrtwind auf dem Rollen wird es sicher noch kälter. Ich beschließe mehrere Klamottenschichten übereinander zu ziehen. Ich ziehe eine Strumpfhose, eine Sportleggings, eine normale Leggings und zum Schluss eine dünne weite Stoffhose drüber. Top, T-Shirt, Pullover, Fleecejacke gefolgt von meiner Regenjacke. Andere finden das sicher verrückt, andere kommen sicher auch mit weniger Kleidung aus. Ich nicht. Ich friere. Ich hab es als Kind schon nicht gemocht morgens in der Kälte nach draußen zu gehen. Mit all den Schichten fühle ich mich für unseren Ausflug zum Sonnenaufgang gewappnet.

Auf dem Roller ist es jetzt nur noch ein ganz kleines bisschen zu kalt.

Unser Hotel empfiehlt uns die Phya That Da Pagode für den ersten Sonnenaufgang. Mit dem Smartphone in der Hand, navigieren wir uns durch die Nacht. Gar nicht so leicht wenn man zum ersten Mal hier ist und die Umgebung noch nicht im hellen gesehen hat.

„Wir müssen jetzt nach links abbiegen.“

Christoph biegt links ab und die Straße verwandelt sich von einer geteerten in eine sandige Straße. Wir sind ganz alleine. Über uns ein klarer Sternenhimmel. Ein bisschen Angst habe ich schon. Was machen wir hier eigentlich? Die Straße wird immer weicher und sandiger. Vor uns hören wir ein Geräusch. Sind auch noch andere unterwegs? Als wir näher kommen sehen wir, dass es Einheimische sind, die auf einem Kuhwagen durch die Nacht fahren. In dem Moment wünschen wir uns andere Touristen, nur damit wir sicher sein können, dass wir auf dem richtigen Weg sind.

Die Straße teilt sich, der Weg ist auf dem Handy nicht mehr eingezeichnet. Wir entscheiden uns für  den linken Weg und stecken kurz darauf fest.

„Steig’ mal ab und schieb’ mal mit“

„Ok… Ups jetzt hab’ ich Sand im Schuh.“

„Das gehört dazu.“

Wir grinsen uns beide an und sobald unser Roller wieder auf einigermaßen festen Boden steht, fahren wir weiter durch die Nacht.

Wir sehen immer noch keine anderen Menschen. Kann doch nicht sein, dass wir alleine den Sonnenaufgang sehen wollen. Oder? Ich finde es echt ein bisschen unheimlich. Nach einer Weile taucht eine dunkle Pagode vor uns auf. Eine Taschenlampe strahlt uns an. Dann erlischt das Licht wieder. Wir nähern uns dem Eingang. Ein großer Buddha steht vor uns. Sollen wir da wirklich reingehen? Wer weiß wer das da oben war?

„Komm’, wir gehen jetzt.“

Innen ist es warm. Wir stehen vor dem Buddha, wir haben wieder die Wahl. Links abbiegen oder rechts? Wir laufen wieder nach links. Macht man doch so in Tempeln, oder? Man geht immer links rum. Schneller als wir gucken gönnen, sind wir auch schon wieder aus der Pagode raus. Wir versuchen den nächsten Eingang. Wieder ein großer Buddha. Wieder gehen wir nach links. Wieder kommen wir nicht weiter in das Innere und wieder stehen wir draußen.

Vor uns ist ein dritter Eingang. Wir versuchen es hier nochmal. Nun sehen wir Schuhe. Ein gutes Zeichen. Mit Schuhen (und eigentlich auch auch Socken) darf man den Tempel nicht betreten. Wir ziehen die Schuhe aus. Die Socken lassen wir an. Auf den Steinen ist es barfuß einfach zu kalt. Dieser Eingang erweist sich als der Richtige, hier gibt es eine kleine schmale Treppe die nach oben führt. Es ist stockdunkel und wir hören – nichts.

Wir sind oben angekommen. Und wir sind zum Glück nicht alleine. Etwa zehn Leute stehen auf der Plattform. Alle sind ein bisschen neugierig und gespannt.

Bagan Sonnenaufgang: Phya That Da Pagode

Der Himmel färbt sich an einer Stelle leicht rosa, hier wird wohl die Sonne aufgehen. Ich setzte mich direkt an die Kante der Pagode. Mein Ausblick ist perfekt. Der Himmel wird immer heller. Christoph läuft um die Pagode und sucht den perfekten Ort für ein Foto. Ich sitze einfach nur da und genieße den Moment. Herrlich. Die Luft ist nun nicht mehr ganz so kalt, sondern angenehm frisch. Warum bloß stehen wir nicht viel häufiger so früh auf und genießen die Stille und Kühle am Morgen?

Halb sieben. In der Ferne kann ich die ersten Heißluftballons erkennen. Noch liegen sie am Boden und werden von Minute zu Minute größer. Wie viele werden das wohl sein?

Als der erste Ballon in die Höhe steigt kribbelt es nun auch in mir. Ein Foto, ich will ein Foto machen. Doch Christoph ist mit der Kamera gerade unterwegs. Ich übe mich in Geduld und versuche einfach nur zu genießen. Ich frage mich, warum Heißluftballons so eine Anziehungskraft auf mich auslösen?

Bagan04

Es geht ganz schnell. Immer mehr Ballons erheben sich in die Höhe. Ich zähle 21 Stück. Wirklich verrückt. Sie fliegen direkt auf mich zu und ich sehe sie wirklich ganz nah. Hinter uns geht die Sonne auf. 20 Minuten schweben rote, gelbe und schwarze Ballons durch die Luft, die Zeit reicht aber dann doch um schöne Fotos zu machen. 

Bagan02

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Der Himmel färbt sich golden, die Sonne steigt immer höher und vertreibt die Nacht. Die vielen kleinen und großen Pagoden werden nun sichtbar und wir erkennen wie riesig das Pagodenfeld ist.

Selber mit einem Ballon zu fliegen kommt für uns nicht in Frage. Eine Ballonfahrt kostet pro Person 380 USD, pro Minute kostet diese Fahrt stolze 20 USD. Ein bisschen zu viel für uns.

Der Sonnenaufgang war – ach ich kann es gar nicht in Worte fassen. Überwältigend? Einmalig? Berauschend? Perfekt? Unglaublich? Bei einem sind wir uns aber sicher. Wir werden uns den Sonnenaufgang und die aufsteigenden Ballons auch morgen und übermorgen ansehen, dann aber von anderen Pagoden.

 Aussicht von der Kyan Ma Ba Pagode

Aussicht von der Shwe San Daw Pagode

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Bagan und das Pagodenfeld

Tagsüber fahren wir mit unserem Roller durch das Pagodenfeld, vorbei an kleinen Dörfern, vorbei an vielen Tieren. Wir fahren einfach drauf los, ohne Plan, ohne Ziel und ohne Erwartungen. So fühlt sich Freiheit an. Und wir lieben sie.

Nützliche Links und Infos für deinen Besuch in Bagan:

  • Unsere Unterkunft in New Bagan: Shwe Poe Eain – 1*
  • Ein Elektroroller kostet 7.000 Kyat (= 5€) pro Tag. Er ist zwar etwas kleiner als ein normaler Roller, aber wir haben trotzdem noch zu zweit drauf gepasst.
  • Hier findest du eine Karte, auf der die wichtigsten Pagoden eingezeichnet sind.
  • Du musst absolut keine Doller mitbringen, überall gibt es Geldautomaten (in Bagan z. B. direkt vor unserem Hotel) und du kannst wirklich überall mit der burmesischen Währung zahlen. Mit der DKB Karte* kannst du sogar kostenlos Geld abheben. 😉
  • Weiterhin musst du auch nicht lange Zeit im Voraus ein Zimmer reservieren. Wir waren zur Hauptreisezeit in Myanmar und haben immer kurz vorher oder direkt vor Ort ein Zimmer gefunden.

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