Bac Ha – Auf Marktbesuch in Vietnams Norden

12. Juni 2016

Menschen 80
Essen 40
Urlaubsfeeling 60

0 – Geht gar nicht
20 – Ohje, ohne Worte
40 – Ist bzw. sind Ok, könnte aber besser sein

Sehenswürdigkeiten 100
Sicherheit 80
Gesamteindruck 80

60 – Passt
80 – Prima, wir bleiben gerne länger
100 – Perfekt, wir wollen nicht mehr weg

Gegen 21:00 Uhr holt uns ein Taxi von unserem Hotel in Hanoi ab, um uns zum Bahnhof zu bringen. Unsere nächsten Ziele Bac Ha und Sapa liegen im Norden Vietnams und sind am bequemsten via Nachtzug zu erreichen. Wir sind voller Vorfreude und gespannt was uns erwartet.

Mit unseren großen, schweren Rucksäcken kämpfen wir uns durch das hitzige Gedränge am Bahnhof und über die Gleisanlagen hinweg zu unserem Zug. In Hanoi ist es mal wieder heiß, sehr heiß. Doch im richtigen Zugabteil angekommen erwartet uns schon die arktische Klimaanlagen-Kälte. Eingemummelt mit dicken Socken, Pullover und Schal machen wir es uns auf unseren weichen Pritschen im vierer Abteil gemütlich. Mit uns im Abteil reist noch eine vietnamesische Familie mit einem kleinen Mädchen. In den Gängen herrscht so kurz vor der Abfahrt ein ruhiges Treiben, eigentlich ungewöhnlich für Vietnam. Menschen bewegen sich geordnet in ihre Abteile und alles wirkt sehr organisiert. Dann plötzlich gibt es einen Ruck und es ist soweit, unser Nachtzug in den Norden Vietnams setzt sich in Bewegung.

Durch das Fenster beobachten wir das dunkle sonst so geschäftige und quirlige Hanoi. Doch nun bei Nacht findest auch diese Stadt ihre Ruhe. Unsere vietnamesische Familie entscheidet sich noch für eine kleine Runde Karaoke und so bekommen wir noch die besten Hits von Modern Talking zu hören.

Doch irgendwann werden auch sie müde und so lassen wir uns alle mit einem sanften Rattern der Räder auf den Gleisen und dem Ohrwurm”Cheri Cheri Lady” in den Schlaf wiegen. Irgendwann in den frühen Morgenstunden werden wir durch die Lautsprecherdurchsagen geweckt. Wir sind angekommen in Lao Cai, dem Tor zu Vietnams Bergwelt. Auf dem Bahnhofsvorplatz steigen wir in einen Bus, der uns unzählige Serpentinen und zwei Stunden später im kleinen Bergdorf Bac Ha abliefert.

Hier in Bac Ha gibt es eigentlich nichts, außer den besonderen Sonntagsmarkt. Jeden Sonntag treffen sich alle ethnischen Minderheiten aus dem Hochland in der Stadt, um ihre Waren anzubieten. Dieses einmalige Spektakel wollen wir uns natürlich nicht entgehen lassen.

Doch da heute erst Samstag ist, mieten wir uns einen Roller und erkunden die atemberaubende Landschaft rund um Bac Ha. Mit unserem kleinen Automatikroller quälen wir uns die steilen Bergstraßen hinauf, um die schönsten Ausblicke zu erhaschen. Leider sind nicht alle Straßen optimal für unseren Rollen und so stehen wir schon nach kurzer Zeit mit einem geplatzten Reifen mitten im Nirgendwo. Bis zum nächsten großen Ort sind es noch fünf Kilometer. Zum Glück finden wir in einem kleinem Dorf Hilfe und so kann uns selbst ein kaputter Reifen auf unserer Tour nicht aufhalten. 

Am nächsten Morgen stehen wir schon früh auf. Wir wollen vor allen anderen Touristen auf dem Markt sein. Unser Plan geht auf und so erleben wir einen der schönsten Märkte den wie bisher gesehen haben. Gegen 10 Uhr erreichen die Busse aus Sapa den Markt und es wird sehr voll und unübersichtlich. 

Die Markthändler gehören zum Stamm der Flower Hmong. In ihren traditionell bunten Trachten verkaufen hier vor allem die Frauen frisches Obst und Gemüse, Fisch und Fleisch, Kleidung und sonstige Gegenstände des täglichen Lebens. Die Frauen sehen so wundervoll und authentisch aus, dass es nur schwer mit Worten zu beschreiben ist. Wir stellen uns an die Seite und genießen einfach nur dieses einmalige und wuselige Schauspiel aus feilschen, verkaufen und kaufen.

Ein paar Schritte weiter erwartet uns dann noch der Tiermarkt. Schweine werden wahlweise in kleinen Bambuskäfigen oder in einfachen Kartoffelsäcken auf Mopeds an- und abtransportiert. Hühner werden wie Bananenstauden an den Füßen zusammengebunden und wie einfache Einkaufstüten getragen. An jeder Ecke wird hart aber herzlich verhandelt und die Geschäfte werden wie noch zu guter alter Zeit via Handschlag besiegelt. Ich bin begeistert und kann mich nur schwer von diesem Ort losreißen. Auf dem kleinen Berg nebenan wartet aber bereits das nächste Highlight. Denn auf dem Tiermarkt werden nicht nur Hühner, Enten, Schweine, Hunde oder Katzen verkauft. Nein, auch riesige Wasserbüffel stehen zur Disposition.

Ganz schön viele Wasserbüffel warten hier auf einen neuen Besitzer. Für uns ist es wirklich verrückt sich einen Weg durch all diese friedseeligen Tiere zu bahnen. Man mag es kaum glauben, aber so ein Büffel ist nicht gerade günstig. Mindestens 2000€ muss man auf den Tisch legen um so ein Tier sein Eigen nennen zu dürfen. Bei diesem unglaublichen Preis sind die Verhandlungen natürlich besonders spannend. Nach sehr langer Begutachtung des Tieres bildet sich eine große Männertraube um den Käufer und den Verkäufer. Jeder will zuschauen. Anschließend beginnt das hitzige feilschen um den besten Preis. Ein super schönes und für uns sicherlich einmaliges Erlebnis. Wir schlendern den gesamten Tag über den Markt und saugen alle neuen Eindrücke in uns auf.  

Nützliche Links und Infos für deinen Besuch in Sapa:

  • Unsere Unterkunft in Bac Ha: Ngan Nga Bac Ha Hotel*
    Perfektes Hotel um den Sonntagsmarkt in Ruhe besuchen zu können. Der Markt ist fußläufig vom Hotel aus erreichbar, die Zimmer sauber und das Wasser warm.
  • Wenn es zeitlich bei dir passt, solltest du auf jeden Fall von Samstag zu Sonntag in Bac Ha übernachten. So kannst du den Markt ohne die vielen Touristen die später noch aus Sapa kommen genießen.
  • Von Lao Cai kommst du ganz einfach mit dem Minibus nach Bac Ha. Dieser fährt entweder direkt am Bahnhofsvorplatz oder am Busbahnhof, der nur 100 Meter entfernt ist, ab.
  • Um von Lao Cai nach Sapa zu kommen, musst du zuerst wieder zurück nach Lao Cai fahren. Anschließend nimmst du von hier aus den Lininebus der direkt am Bahnhofsvorplatz abfährt.

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